28. SONNTAG A 11.10.2026

ERÖFFNUNGSVERS Ps 130 (129), 3-4
Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten,
Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, Gott Israels.
Ehre sei Gott
TAGESGEBET
Herr, unser Gott,
deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns,
damit wir dein Wort im Herzen bewahren
und immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Z

ERSTE LESUNG Jes 25, 6-10a

Der Herr wird für alle Völker ein Festmahl geben; er wird die Tränen abwischen von jedem Gesicht
Lesung aus dem Buch Jesaja
An jenem Tag

6wird der Herr der Heere auf diesem Berg - dem Zion - für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den besten und feinsten Speisen, mit besten, erlesenen Weinen.
7Er zerreißt auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt.
8Er beseitigt den Tod für immer. Gott, der Herr, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt er von seinem Volk die Schande hinweg. Ja, der Herr hat gesprochen.
9An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten. Das ist der Herr, auf ihn setzen wir Hoffnung. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat.
10aJa, die Hand des Herrn ruht auf diesem Berg.
ANTWORTPSALM
Ps 23 (22), 1-3.4.5.6 (R: vgl. 6b)
R Im Haus des Herrn darf ich wohnen (GL neu 37,1)
für immer und ewig. - R
1 Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. VI. Ton
2Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
3 Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. - (R)
4 Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. - (R)
5 Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
du füllst mir reichlich den Becher. - (R)
6 Lauter Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang,
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit. - R
Z

ZWEITE LESUNG Phil 4, 12-14.19-20

Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper
Brüder!
12Ich weiß, Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben. In jedes und alles bin ich eingeweiht: In Sattsein und Hungern, Überfluss und Entbehrung.
13Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt.
14Trotzdem habt ihr recht daran getan, an meiner Bedrängnis teilzunehmen.
19Mein Gott aber wird euch durch Christus Jesus alles, was ihr nötig habt, aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit schenken.
20Unserem Gott und Vater sei die Ehre in alle Ewigkeit! Amen.
RUF VOR DEM EVANGELIUM Vers: vgl. Eph 1, 17-18
Halleluja. Halleluja.
Der Vater unseres Herrn Jesus Christus
erleuchte die Augen unseres Herzens,
damit wir verstehen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.

Halleluja.

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EVANGELIUM Mt 22, 1-14

Ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
r:
Ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
In jener Zeit
1erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis:
2Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.
3Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.
4Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!
5Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden,
6wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.
7Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.
8Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden.
9Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.
10Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

Die unglaubliche Absage

Stellen wir uns vor: Da kommt eine Einladung und wir haben den Terminkalender schon voll. Wir sagen ab. Man erfindet Ausreden und bedauert. Es passt nicht in die Planung des Jahres. In Wirklichkeit ist einem der Bekannte ziemlich gleichgültig.
So könnte es in der Geschichte, die Jesus erzählt, gewesen sein. Jeder hat etwas Wichtigeres zu tun,wie er meint.
Aber die Eingeladenen haben eines übersehen: Es ist ein Staatsereignis, sogar noch mehr als ein Staatsbesuch!
Die Hochzeit des Königssohnes ist ein Fest, welches alle angeht, welches Vorrang hat vor allem, bei dem man alles liegen und stehen lässt, wo jeder es sich zur Ehre anrechnet, eingeladen zu sein, wo sich die Vornehmen und die Großen treffen, wo ein Aufwand getrieben wird, bei dem einfachere Leute nur noch Mund und Augen aufreißen, wo man schon froh ist, nur als Zaungast, als Zuschauer in hinterster Reihe dabei zu sein. Es ist nicht irgendwer, der einlädt, sondern der Höchste im Land, von dessen Wohlwollen die eigene Zukunft abhängt. Allein schon zu den Auserwählten zu gehören bringt eine Hochstimmung, die nicht mehr überboten werden kann.  So wäre es, wenn alles wie gewohnt laufen würde.


Unglaublich, was geschieht.

Nun geschieht in der Geschichte das Unglaubliche: die Eingeladenen sagen ab! 
Eigentlich macht es fassungslos! So kommt es in der Realität nicht vor, außer die Herrschaft des Königs wäre schon längst bedeutungslos geworden und ganz andere Kräfte regierten das Land. Dies ist aber durchaus nicht der Fall. Der König hat nach wie vor die Macht und lässt die Missachtung und unverschämte Behandlung seiner Leute nicht ungestraft. Jesus will mit dieser Erzählung die Reaktion  der Hohenpriester und Schriftgelehrten  auf seine Verkündigung darstellen. So groß, so überältigend schön und kostbar ist sein Angebot, die Einladung, die er bringt,  so unfassbar  empörend, unverständlich ist ihre Ablehnung!

Die Hochzeit mit dem Höchsten

Es bringt wenig, uns über die Gegner Jesu von damals zu empören. Seine Rede wird  für uns gelesen. Das bedeutet: 
Ein gewaltiges Ereignis steht bevor. Der Höchste will mit uns ein Fest feiern. Es findet eine Hochzeit statt. Es ist aber mehr, als dass zwei Menschen einander das Jawort geben, als dass Familien und Fürstenhäuser zusammen kommen. Wir sind dabei nicht mehr nur Gäste, sondern wir selbst sind die Eheleute, denen Gott das Ja-Wort gibt.  Es ist die Hochzeit des Lammes (Offb 19,7), die Hochzeit Gottes mit uns.  Mit Lamm ist Christus gemeint, der sich der Menschheit zuwendet und sich mit uns so innig und so tief verbindet,  wie sich zwei Menschen ihre Liebe für ein ganzes Leben schenken. Dies noch ganz anders und intensiver, als es nicht gedacht werden kann. Unter diesem Bild dürfen wir auch die Fantasien zulassen, die sich mit der Sehnsucht nach Nähe und Liebe verbinden. Es gibt sie, die Erfüllung der Träume, gewiss anders, aber in Wirklichkeit.

Die zweifelhafte Reaktion

Wie reagieren wir auf diese Aussicht?                                                                                                                               Die Realität ist so, wie sie im Gleichnis geschildert wird: wir sind überfüttert mit Neuigkeiten, Aufrufen, Nachrichten und Angeboten. Woher sollen wir wissen, was richtig ist? Die Gefahr ist groß, die Chance der Einladung zu übersehen.                                                                                                                                                                      Man kann den Wert des angekündigten Ereignisses weder wahrnehmen noch einschätzen. Man merkt nicht mehr, dass man für das Wesentliche blind geworden ist. Die meisten sind abgestumpft gegenüber allem, was neu und lebendig ist, was nachdenklich macht, was  die Dinge in Wahrheit bedeuten.  Es könnte einen ja aus der Ruhe bringen.                     
Dies hängt damit zusammen, wofür wir uns im Alltag entscheiden. Ist es das, was uns nahe geht, was uns zu innerst berührt und ergreift oder ist es das, was uns von uns selbst weg reißt und uns in die Fantasien anderer hinein versetzt? Allzu leicht sind wir von der Abwechslung und von der Ablenkung verführt. Wir brauchen nur am PC nur weiter klicken oder  den Knopf am Fernsehgerät zu drücken und schon sind wir dem Eigenen enthoben.
Es macht weniger Mühe, sich von anderen unterhalten und denken zu lassen, anstatt sein Eigenstes auszuhalten und es auf eine neue Weise zu finden. Aber die Frage bleibt, ob es uns auf Dauer zufrieden macht.

Von der Oberfläche in die Tiefe
Im Grund geht es dabei darum, die Sensibilität dafür wecken, wie man
vom Oberflächlichen zum Bedeutungsvollen, vom Minderwertigen zum Kostbaren, mit anderen Worten zum eigenen Herzen kommt. Die erste richtige Reaktion wäre: aufhorchen, die Botschaft auf uns wirken lassen, bis sie uns im Innersten ergreift, bis wir von selbst alles liegen und stehen lassen, wie es Menschen taten, als sie Jesus begegneten und ihn in seinem wahren Wesen unmittelbar erfuhren. Es war ein nErleben, das alles Bisherige umstürzte, alle alle Ziele, alle bLasten und Sorgen, alles, was bisher als erstrebenswert oder als belastend erfahren wurde.
Hier dürfen wir einen Blick auf den heiligen Franziskus werfen, der in diesen Tagen gefeiert wurde. Sein Leben bekam eine Bedeutung, welche über die Zeit vor 700 Jahren und heute noch über die Grenzen der katholischen Kirche weit hinausgeht. Die entscheidende Wende seines Lebens vollzog sich nach der Anfrage: Wer kann dir mehr geben: der Herr oder der Knecht? Ihm wurde bewusst, dass er einem Knecht nachlief, als er sich Ruhm und Reichtum auf einem Kriegszug erhoffte. Er wurde nachdenklich. Dies hat ihn in die Tiefe geführt zu dem, was bedeutungsvoll und kostbar ist. Ihm ging auf: Das, was einen Menschen wirklich glücklich macht, ist innen zu finden und nicht außen.
. Auf eines sollten wir achten: Die Spur Gottes und seiner Einladung ist dort, wo wir  aus  Routine und Oberfläche aufwachen und  uns vom Innersten ergreifen und erfüllen lassen. Dazu gehört unter anderem das neu entdeckte Wandern auf den alten Pilgerwegen. Man darf es als hoffnungsfrohes Zeichen sehen. Denn das Gehen auf ein Ziel hin öffnet Dimensionen unseres Daseins, die uns im alltäglichen Getrieben Sein verschlossen sind. Wer sich der Mühe eines Fußweges aussetzt, braucht keine Abwechslung von außen. Der ganze Körper ist in Bewegung und zieht alle Aufmerksamkeit auf sich, nach innen. Ohne dass wir es absichtlich wollen, werden wir anders. Auf diese Weise wird das verschlossene Organ für Gott geöffnet. Wir treffen uns mit dem heiligen Franziskus und vielen anderen auf dem Weg zum großen Fest.
Glaubensbekenntnis
Fürbitten: Im Jahreskreis
ZUR EUCHARISTIEFEIER Die Einladung zum Fest und zur Freude kommt uns nicht immer gelegen. Und die Gesellschaft, in der wir uns dann finden, ist nicht immer wunderbar. Aber die Einladung gilt. Wer nein sagt, zu dem müsste auch Gott schließlich nein sagen. Er aber will ja sagen zu jedem von uns.
GABENGEBET
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben
deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier
mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben
in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfationen für die Sonntage im Jahreskreis
KOMMUNIONVERS Ps 34 (33), 11
Reiche müssen darben und hungern.
Wer aber den Herrn sucht, braucht kein Gut zu entbehren.

Oder: Vgl. 1 Joh 3, 2
Wenn der Herr offenbar wird, werden wir ihm ähnlich sein;
denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
SCHLUSSGEBET
Allmächtiger Gott,
in der heiligen Opferfeier
nährst du deine Gläubigen
mit dem Leib und dem Blut deines Sohnes.
Gib uns durch dieses Sakrament auch Anteil
am göttlichen Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE
Fest ohne Ende Es gibt kein Fest ohne brüderliche Gemeinschaft mit anderen Menschen. Das, was wir im Fest preisen, muss auf sinnlich-leibliche Weise Gestalt annehmen in Spiel, Tanz, Gesang und in der Musik, in symbolischen Zeichen und Bildern.
Gelingt es uns, den Gottesdienst wieder als Fest zu begehen, dann strahlt er auch in den Alltag hinein, dann kann unser ganzes Leben ein Fest mit dem Auferstandenen sein, dann setzt sich der Gottesdienst in unserem täglichen Leben fort, er kann unsere Mahlzeiten und die Begegnungen mit dem Mitmenschen prägen und beseelen. Dann ist unser Leben ein Fest ohne Ende. (Ralph Sauer)
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