4.Sonntag im Jahreskreis A 01.02.2026
EröffnungsversPs 106, (105), 47
Hilf uns, Herr, unser Gott, führe uns aus den Völkern zusammen!
Wir wollen deinen heiligen Namen preisen,
uns rühmen, weil wir dich loben dürfen.
Ehre sei Gott, S. 375 f.
Tagesgebet
Herr, unser Gott, du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, dass wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
.
Erste LesungZef 2, 3; 3, 12-13
Ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk
Lesung
aus dem Buch Zefánja.
2, 3Sucht den Herrn, all ihr Gedemütigten im Land,
die ihr nach dem Recht des Herrn lebt!
Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut!
Vielleicht bleibt ihr geborgen
am Tag des Zorns des Herrn.
3, 12Und ich lasse in deiner Mitte übrig
ein demütiges und armes Volk.
Sie werden Zuflucht suchen beim Namen des Herrn
13 als der Rest von Israel.
Sie werden kein Unrecht mehr tun
und nicht mehr lügen,
in ihrem Mund findet man keine trügerische Rede mehr.
Ja, sie gehen friedlich auf die Weide
und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.
AntwortpsalmPs 146 (145), 5 u. 7.8-9a.9b-10 (Kv: Mt 5, 3)
Kv Selig, die arm sind vor Gott;GL 71, 1
denn ihnen gehört das Himmelreich. - Kv
(Oder: Halleluja.)
5Selig, wer den Gott Jakobs als Hilfe hat, *
wer seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt.
7Recht schafft er den Unterdrückten, /
Brot gibt er den Hungernden, *
der Herr befreit die Gefangenen. - (Kv)
8Der Herr öffnet die Augen der Blinden, *
der Herr richtet auf die Gebeugten,
der Herr liebt die Gerechten. *
9aDer Herr beschützt die Fremden. - (Kv)
9bcEr hilft auf den Waisen und Witwen, *
doch den Weg der Frevler krümmt er.
10Der Herr ist König auf ewig, *
dein Gott, Zion, durch alle Geschlechter. - Kv
Zweite Lesung1 Kor 1, 26-31
Das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt
Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korínth.
26Seht auf eure Berufung, Schwestern und Brüder!
Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn,
nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme,
27sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt,
um die Weisen zuschanden zu machen,
und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt,
um das Starke zuschanden zu machen.
28Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt:
das, was nichts ist,
um das, was etwas ist, zu vernichten,
29damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.
30Von ihm her seid ihr in Christus Jesus,
den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat,
zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.
31Wer sich also rühmen will,
der rühme sich des Herrn;
so heißt es schon in der Schrift.
Ruf vor dem EvangeliumVers: Mt 5, 12a
Halleluja. Halleluja.
Freut euch und jubelt:
Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.
Halleluja.
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EvangeliumMt 5, 1-12a
Selig, die arm sind vor Gott
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit,
1 als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten,
stieg er auf den Berg.
Er setzte sich
und seine Jünger traten zu ihm.
2Und er öffnete seinen Mund,
er lehrte sie und sprach:
3Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
4Selig die Trauernden;
denn sie werden getröstet werden.
5Selig die Sanftmütigen;
denn sie werden das Land erben.
6Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;
denn sie werden gesättigt werden.
7Selig die Barmherzigen;
denn sie werden Erbarmen finden.
8Selig, die rein sind im Herzen;
denn sie werden Gott schauen.
9Selig, die Frieden stiften;
denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
10Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
11Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt
und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
12aFreut euch und jubelt:
Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.
Die Bergpredigt - eine Utopie
Der Text des heutigen Sonntags ist die Einleitung zur Bergpredigt. Das Wort vom Berg, auf den Jesus steigt, will die Bedeutung der Rede Jesu hervorheben. Sie enthält die Kernsätze seiner Verkündigung. Es ist aber auch Anlass zu Missverständnissen. Viele sehen in ihnen eine Sammlung unerfüllbarer Forderungen und einen Jesus, der nur die Gesetze des Alten Bundes verschärft, eine Utopie, die erst beim endgültigen Kommen des Reiches Gottes Wirklichkeit wird. Im Grunde sind die meisten Hörer, Leser und Ausleger ratlos. Wer kann sich eine Hand abhacken oder ein Auge ausreißen, wenn es um das Zusammenleben und um das Reich Gottes geht? Wer kann schon die linke Wange hinhalten, wenn ihm auf die rechte geschlagen wird? Ist die Bergpredigt überhaupt erfüllbar? fragen sich viele. Weil man zu keiner Lösung kommt, lässt man sie lieber links liegen. Es ist wahr: die Bergpredigt spielt im konkreten Leben außerhalb und innerhalb der Kirche kaum eine Rolle. Und doch gab es Menschen, die sie gelebt haben, innerhalb und außerhalb des Christentums. So war es Mahatma Gandhi, der sich von der Bergpredigt leiten ließ und die absolute Ehrfurcht vor jedem lebenden Wesen und Gewaltlosigkeit zur höchsten Norm seines politischen Handelns machte. Er befreite dabei einen ganzen Kontinent von der Kolonialherrschaft. Als Christen können wir eine Mutter Teresa vorweisen, die in demselben Land für die Allerärmsten Heroisches geleistet hat. Noch näher ist uns allerdings der Name des Mannes aus Assisi, der heilige Franziskus. Er ist einer der überzeugendsten Menschen der Geschichte, die durch ihr Leben sagen: die Bergpredigt ist möglich! Obwohl schon achthundert Jahre dazwischen liegen, ist seine Ausstrahlung ungebrochen, gewinnt in letzter Zeit noch an Bedeutung. Aber wie können Größe und Umfang seines Lebens das heißt zugleich die der Bergpredigt in unserer Zeit Gestalt annehmen? Es führt in eine Sackgasse, würden wir die erste Seligpreisung „Selig die Armen im Geiste" als radikale Höchstforderung verstehen und von heut auf morgen versuchen, so arm wie der heilige Franziskus zu leben. Es gibt eine andere Spur, die weiterführt. Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber übersetzt „selig" mit „O, das Glück!" Wenn Jesus sagt: „O das Glück derer, die arm sind im Geist!" Wir sollten wir einmal stehen bleiben und es auf uns wirken lassen. Wir dürfen annehmen, dass Jesus zunächst einmal von sich selbst spricht. Er selbst hat das Glück erfahren, als sich für ihn der Himmel öffnete. Es ist so groß, dass es alle Grenzen sprengt, dass alles, was Besitz, Macht, äußerer Genuss, Karriere, Position und noch alles andere, wonach Menschen trachten, als Null erscheint! Es gab Szenen, in denen Jesus von Jubel und Freude überwältigt war. So schildert es auch der Apostel Paulus. Nachdem ihm Christus begegnet war und er in seine Atmosphäre eingetaucht wurde, ist ihm alles, was ihm bisher wichtig war, seine Verbindungen und seine Karriere als Rabbi weggebrochen. Es ist sogar für ihn nur noch Mist (Vgl.Phil3, ff). Es muss hinreißend, bewegend und erschütternd schön sein, was dieses Glück ausmacht. Wir werden die Bergpredigt damit Jesus selbst nie verstehen, wenn wir nicht in diesen Raum des Erlebens eintauchen, wenn wir nicht etwas von diesem Glück in uns spüren. Hier tut sich auch eine Tür auf, um dem heiligen Franziskus näher zu kommen. Es lässt sich auch bei ihm eine Spur von Erlebnissen verfolgen, die dem angesprochenen Glück der Bergpredigt wie dem des Paulus ähnlich sind. Da ist schon einmal ganz zu Beginn seines Weges der Traum vom prächtigen Schloss, der ihn ins Staunen versetzt und ihn in seinem Streben nach Größerem, als im väterlichen Laden zu stehen, bestärkt. Einen gewaltigen Einschnitt bringt eine nächtliche Heimkehr mit seinen Freunden. Hier heißt es wörtlich:"Denn plötzlich hatte ihn der Herr berührt. Und eine solche Süße erfüllte sein Herz, dass er weder reden noch sich bewegen konnte." Seine Begleiter sahen ihn wie in einen anderen Menschen verwandelt. Es war dieses Erlebnis und noch weitere, die ihn aus der Bahn warfen und im Innersten umdrehten. Am bekanntesten ist die Szene in S. Damiano, in der Christus ihm den Auftrag gibt, sein Haus wiederherzustellen. „Dabei erfüllte ihn eine so hohe Freude und ein so wundersames Licht, dass er in seiner Seele wahrhaft Christus den Gekreuzigten empfand". Damit diese einzelnen Erfahrungen Dauerzustand wurden, zog er sich vom bisherigen Leben in der Stadt an einsame gelegene Orte zurück und begann eine neue, recht abenteuerliche Lebensweise, die aus Gebet, Arbeit, Wandern und Betteln bestand. Es war der Drang, das bisher Erlebte zu vertiefen. Er riss ihn aus allem, was Besitz bedeutet, weg und macht ihn zu dem so bekannten Liebhaber der Armut. In den Lebensbeschreibungen heißt es: Er „folgte dem inneren Zug seines Herzens, der ihn unter Missachtung alles Irdischen zum höchsten Gute zog". Ein anderes Zitat lautet: „Nachdem ihn einmal die innere Süße durchströmt hatte, lockte sie ihn weiter und weiter und verließ ihn sein ganzes Leben nicht mehr." Die Süße dürfen wir uns nicht vorstellen als ein Schwelgen in Gefühlen, als eine Euphorie, die leicht umkippt, sondern als eine Grundstimmung, die sich über jedes lebende Wesen freut, die niemand abstößt, die sich von der Not der Menschen betreffen lässt, wo kein Raum mehr ist für dunkle Gefühle, für Vergeltung und Rache, welche hingegen zur Echtheit in allem Tun und zum Einsatz für die Bedürftigen drängt. Es ist die Grundlage dessen, was Jesus in seiner Rede sagt. Um die Bergpredigt in unser Leben umzusetzen heißt das: Wir dürfen als erstes nach dem großen Glück streben, das Jesus preist. Es ist die Grundlage für alles andere. Nur aus ihm heraus sind die hohen Ideale möglich. Die entscheidende Frage lautet: Wie komme ich dahin, dass ich mich so freuen kann wie der heilige Franziskus, wie Jesus selbst? Dazu kann uns ein anderer großer Heiliger, Ignatius von Loyola einen guten Hinweis geben. Auf seinem Krankenlager stellt er fest, dass in ihm nach dem Lesen von seichter Literatur, von Ritterromanen eine schale Stimmung aufkommt. Es ist ihm so langweilig wie vorher. Hingegen wenn er sich mit dem Leben Jesu und der Heiligen beschäftigt und sich in deren Vorstellungswelt einfühlt, ist es ganz anders. Er ist froh und heiter. Ihm geht auf, dass man in sich etwas entdecken kann, das einen ausfüllt und guttut. Dies wird für ihn zur Grundströmung seines Herzens. Es geschieht Ähnliches wie beim Heiligen von Assisi. Es ist deshalb erlaubt und sinnvoll, der Frage nachzugehen: Was macht mich froh? Was bereichert mich? Was entlastet mich? Was ist echt? Was tut mir im Innersten gut? Dies wird uns auch viele Anstrengungen kosten. Aber sie sind fruchtbar, weil sie uns für die große Erfahrung öffnen. Wer das volle Glück wie Jesus in sich trägt, wird die Welt und die Menschen anders wahrnehmen, anders erleben, er wird anders denken und handeln als jemand, der im Innersten verletzt, unglücklich, vereinsamt, verarmt und verbittert ist. Das heißt das volle Glück befähigt zum Guten, sogar zum heroischen Handeln. Wer den Zug des Herzens entdeckt, lässt sich auf ein Abenteuer mit großen Überraschungen ein.
Glaubensbekenntnis, S. 378 ff.
Fürbitten vgl. S. 810 ff.
Gabengebet
Herr, unser Gott, wir legen die Gaben
als Zeichen unserer Hingabe auf deinen Altar.
Nimm sie entgegen
und mach sie zum Sakrament unserer Erlösung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Präfation, S. 431 ff.
KommunionversPs 31 (30), 17-18
Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,
hilf mir in deiner Güte.
Herr, lass mich nicht scheitern, denn ich rufe zu dir.
Oder:Mt 5, 3.5
Selig, die vor Gott arm sind; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Schlussgebet
Barmherziger Gott, das Sakrament der Erlösung,
das wir empfangen haben,
nähre uns auf dem Weg zu dir
und schenke dem wahren Glauben
beständiges Wachstum.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn
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